Karola Weinmann

Von der Blockflöte zur Dirigentin.

Karola Weinmann, Verwaltungsfachwirtin aus Forchheim, begann wie viele andere Kinder auch zunächst ganz klassisch mit der Blockflöte. Bereits im Alter von neun Jahren fing sie im Musikverein an, Klarinette zu spielen und ging sogar zum Akkordeon-Unterricht. Doch das war ihr nicht genug: Später erlernte sie obendrein die Oboe, eines der schwersten und zugleich faszinierendsten Blasinstrumente überhaupt. Karola wurde eine gefragte Musikerin in der Region, sowohl in Projektorchestern, als auch aushilfsweise in anderen Musikvereinen. 
Im Jahr 2011 absolvierte sie schließlich die Ausbildung zur Dirigentin für Blasorchester (C3). Anfangs konnte sie vor allem als Vertretung wichtige Erfahrungen mit unterschiedlichen Orchestern und Besetzungen sammeln, bevor sie schließlich 2014 mit ihrem Engagement bei unserer Winzerkapelle begann.

Im folgenden Interview spricht unsere Dirigentin nicht nur über Musik, sondern auch über die Besonderheiten unserer Kapelle, über Wein, sowie über ihre Lieblingskartoffel. 

Was hat dich dazu bewegt, Dirigentin zu werden?

Zunächst stand das Instrumentenspiel im Fokus. Da wir in meinem Heimatverein keine Vertretung für die Dirigentin hatten, wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Einführungslehrgang für Orchesterleitung absolvieren wolle. Hierbei habe ich gemerkt, dass es mir viel Spaß macht, vor einem Orchester zu stehen und zu versuchen, meine musikalischen Ideen zusammen mit den Musikern zu verwirklichen.


Was ist deine Erfolgsformel fürs Dirigieren?

Die einzig richtige Formel gibt es für mich eigentlich nicht. Leidenschaft für die Sache ist sicherlich eine gute Voraussetzung. Ansonsten versuche ich, mich in das Orchester hineinzuversetzen, zu hören und wahrzunehmen was mir die Musiker bieten, mich auf die verschiedenen Situationen und Menschen einzustellen, ohne dabei die Zielsetzung meiner eigenen musikalischen Interpretationen aus den Augen zu verlieren.

Was ist dein Rezept gegen Lampenfieber?

Gute Vorbereitung und Konzentration. Je besser ich ein Stück kenne und mich in die Musik hineinversetzen kann, desto weniger Zeit bleibt, um nervös zu werden.

Versuche, deinen Musikgeschmack zu beschreiben. Was ist das Besondere an Blasmusik?

Mein Musikgeschmack ist sehr vielseitig. Von Rock bis Klassik - in jeder Stilrichtung gibt es tolle Werke. An der Blasmusik gefällt mir, dass man hier diese Vielseitigkeit besonders gut ausleben kann. Nicht nur in Bezug auf die Musik selbst, sondern auch das gemeinschaftliche Proben und Zusammenarbeiten von Instrumentalisten mit unterschiedlichen Vorstellungen, Vorlieben und Vorbildungen. Das macht die Sache spannend und abwechslungsreich.

Beschreibe in einem Satz, was Bischoffingen für dich ausmacht.

Zum einen die gute Lage, es gibt natürlich guten Wein, aber vor allem schätze ich die freundliche und offene Art der Menschen, die hier leben. Ich bin froh, dass ich meine Arbeit als Dirigentin hier ausüben darf.

Was ist dein Lieblingsort am Kaiserstuhl?

Für mich hat der gesamte Kaiserstuhl einen besonderen Reiz und es gibt bestimmt auch einige unbekannte schöne Stellen und Plätze, die es noch zu entdecken gilt.

Und dein Lieblingswein?

Mit dem Wein ist es ähnlich wie mit der Musik: es gibt zu viele gute davon, um sich auf einen bestimmten festzulegen. Tendenziell bevorzuge ich aber eher weiße Weine.

Vervollständige: Wein und Musik…

…sprechen gleichermaßen die Sinne an. Sowohl Wein als auch Musik beruhigen und entspannen, bringen jedem Moment seine Einzigartigkeit, heben die Stimmung oder passen einfach genau zum Augenblick. Mit dem Lieblingswein oder der Lieblingsmusik kann man seine Stimmung steuern und schafft Verbindungen und Anknüpfungspunkte mit Menschen beim gemeinsamen Genuss.

Du kommst ja aus Forchheim: Was ist deine Lieblingskartoffelsorte?

Annabelle.

Was möchtest du den Musiker*innen mit auf den Weg geben?

Bleibt offen für Neues, pflegt die Gemeinschaft, übernehmt Verantwortung und vor allem verliert nie die Freude am gemeinsamen Musizieren!